37.000 Jahre Japan

von den ersten Siedlern bis in 1960er Jahre

im Nationalmuseum für Japanische Geschichte

Das Museum

Vor kurzem brachte NHK World in seinem linearen Fernsehprogramm eine Wiederholung des Berichts von 2025 über das Japanische Nationalmuseum in Sakura.
In zahlreichen Nachbildungen und Rekonstruktionen zeigt das Museum die japanische Alltagskultur über einen Zeitraum von ca. 37.000 Jahren.
In den folgenden 12 Videoclips werden die Themen des Berichts kurz in Ausschnitten vorgestellt.

Am Ende dieses Artikel gibt es das gesamte Video von ca. 50 Minuten mit einer Fülle von interessanten Details. Die englischen Untertitel in den japanisch-sprachigen Passagen stammen von NHK. Zusätzlich gibt es deutsche Untertitel; wer darauf verzichten möchte, kann das Video in der englischsprachigen Version dieses Artikels anschauen.

1 Prähistorie

Die ersten Menschen kamen vor ca. 37.000 während einer Eiszeit auf die japanischen Inseln. Damals lagen die Durchschnittstemperaturen 10 °C unter den heutigen.

Das Museum lässt das Leben während dieser Eiszeit mit realistischen Figuren wiederaufleben.

2 Jōmon-Zeit

Als das Klima milder wurde, begannen die Menschen vor ca. 16.000 Jahren Keramiken herzustellen.

Sie führten ein sesshaftes Leben als Jäger und Sammler. Diese Periode dauerte mehr als 10.000 Jahre an.

3 Japanisches Mittelalter

Im japanischen Mittelalter war Kyoto die Haupstadt. Dort lebten der Kaiser und die Adligen des Hofes. Sie entwickelten eine luxuriöse und raffinierte Kultur.

Die formelle Kleidung Juni-Hitoe wurde von den adligen Damen am Hof getragen. Farben, Muster und Kombinationen wurden an die verschiedenen Altersgruppen und Duftvorlieben angepasst. Das Spiel mit Farbabstufungen war eine Möglichkeit für den Adel, die wechselnden Jahreszeiten zu geniessen.

4 Wandschirm Rakuchū Rakugai-zu Byōbu

Der berühmte Wandschirm zeigt das Leben in Kyoto im 16. Jahrhundert in zahlreichen Details. Er besteht aus zwei Teilen, welche den westlichen bzw. den östlichen Teil der Hauptstadt darstellen.
Er ist ein wichtiges Kulturgut Japans.

Im Museum ist eine Nachbildung ausgestellt. Insgesamt sind 1.426 Personen auf dem Wandschirm abgebildet.

5 Diorama von Kyoto

Auf Basis des Wandschirms wurde ein Diorama mit unzähligen Details erstellt. Es zeigt Kyotos Häuser, Tempel und Strassen sowie Menschen aller Gesellschaftsschichten.

Man sieht viele Berufsgruppen bei der täglichen Arbeit oder auch wie die Leute ihre Wäsche in den Hinterhöfen waschen und sie zum Trocknen aufhängen.

6 Katzen

Die Nachbildungen der Katzen im Museum basieren auf Skeletten, die bei Ausgrabungen gefunden wurden.
Bis zur Entdeckung dieser Knochen ging man davon aus, dass Katzen im 8. Jhd. u.Z. vom Kontinent nach Japan kamen. Sie spielten aber schon Jahrtausende zuvor eine Rolle in der japanischen Gesellschaft.
Die Figuren der Winkekatzen dagegen verbreiteten sich im 17. und 18. Jahrhundert in ganz Japan.
Eine Katze mit erhobener rechter Pfote bringt finanziellen Erfolg.
Eine Katze mit erhobener linker Pfote bringt Ihnen Besucher und Kunden.

7 Kunstdrucke Ukiyo-e und Nishiki-e

Die einfarbigen Ukyo-e-Drucke kamen im 17. Jahrhundert auf. Bis zum 18. Jahrhundert hatten sie sich zu mehrfarbigen Drucken entwickelt, die als Nishiki-e bekannt sind.

Der Buchladen, der im Museum nachgebildet ist, verkaufte auch Kunstdrucke. Am beliebtesten waren Bilder von Schauspielern und Kabuki-Stars.
Es gab auch Drucke von Sumoringern und eine sehr beliebte Druckgattung namens Bijin-ga (美人画), wörtlich "schöne Menschen", gemeint: "schöne Frauen".

8 Die Fabelwesen Yokai

Yokai sind seltsame Wesen und Phänomene, die jenseits des menschlichen Verständnisses liegen. Heute tauchen sie häufig in Manga und Anime auf und sind weltweit beliebt. Sie entstanden wohl als Manifestationen der Ängste der Menschen.
Eine Dauerausstellung zeigt einen der berühmtesten Yokai Japans, den Kappa. Kappa leben in Flüssen und Teichen. Sie haben Schwimmhäute zwischen den Fingern und scharfe Krallen. Man sagte, sie würden Menschen unter Wasser ziehen und ertränken; deshalb wurden sie lange gefürchtet.

9 Danchi Wohnblocks

Im Museum gibt es die Nachbildung einer Kulisse für den Film „Floating Clouds“ (浮雲, Usagumo, 1955). Das Set zeigt ein Haus in Tokio um 1946. Die Tische wurden zusammengeklappt und nachts weggeräumt, damit Futons ausgelegt werden konnten.
Ab Mitte der 50er Jahre zogen immer mehr Menschen in die Städte, um Arbeit zu finden. Dies führte zu massiver Wohnungsnot. Als Lösung wurden DANCHI-Wohnsiedlungen (団地) vorgeschlagen. Einige beherbergten hunderte, besonders große DANCHI sogar über zehntausend Bewohner.
Die Wohnungen war hochmodern ausgestattet, mit Waschmaschinen, eigenen Badezubern und Kühlschränken.
Heute werden diese gigantischen Wohnanlagen renoviert und meist in Single-Wohnungen umgewandelt.

10 Resümee

Am Ende bedankt sich einer der beiden Präsentatoren beim Direktor des Museums für das wunderbare Erlebnis.
Der Direktor meint, dass man im Museum sehe könne, dass sich für die Menschen durch die Jahrtausende wenig geändert habe. Es gehe primär ums Überleben und dann darum, die Freuden des Lebens zu geniessen.

"Studieren sie die Vergangenheit, untersuchen Sie die Gegenwart und machen Sie sich eine Vorstellung von der Zukunft !"


Komplettes Video

00:00 Einleitung
02:36 Prähistorie
05:24 Jomon-Zeit
12:36 Japanisches Mittelalter
17:47 Wandschirm Kyoto
19:10 Diorama Kyoto
22:30 Katzen
25:33 Ukiyo-e und Nishiki-e
34:13 Fabelwesen Yokai
39:00 Danchi Wohnblocks
47:57 Resümee