13 Die Klasse der Kaufleute
Im Zentrum der Literatur und der Sitten in Kyoto und Osaka standen die Kaufleute. Die Kaufleute, die bis ein oder zwei Generationen zuvor unter den Standesunterschieden gelitten hatten, konnten in der langen Friedenszeit mit dem steigenden Lebensstandard Reichtum und einen verschwenderischen Lebensstil erlangen. Viele von ihnen verdienten durch Bau- und öffentliche Projekte ein Vermögen.In Osaka gehörte die Welt den Kaufleuten; und der Samurai, so hoch er sich auch erhob, musste sich in der tatsächlichen Macht dem einfachen Volk beugen.
Da es unter den Kaufleuten viele wohlhabende Männer gab, die freigiebig Geld ausgaben, waren sie die besten Gäste in Theatern und Vergnügungsvierteln. Auch die Samurai begannen mit der Zeit, die Popularität der Kaufleute zu beneiden und schliesslich deren Lebensstil nachzuahmen. Die Art und Weise, wie Yuranosuke im siebten Akt des Chushingura als Lebemann dargestellt wird, mag zum Teil darauf zurückzuführen sein, dass die Autoren allesamt der Kaufmannsklasse angehörten. Sie dient aber auch dazu, das allgemeine Verhalten von Samurai in Vergnügungsvierteln zu veranschaulichen.