
Ame-no-torifune-no-gyō
Ame-no-torifune-no-gyō (天の鳥船の行) ist eine shintoistische Praxis. Der Name Torifune ("Vogel Boot") erscheint bereits im Kojiki (um das Jahr 712 u.Z.), einer der ältesten Chroniken Japans. Ame no Torifune no kami ist eine Gottheit, die aus dem Schöpfungspaar Izanagi und Izanami hervorgegangen ist.
In den Mythen ist Ame no Torifune zugleich „himmlisches Vogelboot“ und eine Personifikation dieses göttlichen Schiffes, das als Schutzgottheit besonders für Schiffsreisen verstanden wird. Dies spiegelt wohl die zentrale Rolle von Booten im alten Inselreich Japan wider und vielleicht auch die Tatsache, dass die Besiedlung Japans übers Meer erfolgte.
In der shintōistischen Praxis wird Torifune als rituelle Ruderbewegung (funakogi) vor allem im Kontext von Misogi verwendet. Dabei soll die rhythmische Bewegung Atem, Körper und Geist ordnen und für die Annäherung an die Kami vorbereiten. Später dient Torifune gemeinsam mit Furitama (Schütteln der vor dem Hara gefalteten Hände) als Mittel zur Aktivierung von Ki und zur Sammlung des Bewusstseins im Hara.
