Interview
mit
Koichi Tohei
und Shinichi Tohei
William Reed conducted the following interview with Master Koichi Tohei, along with his son and successor Shinichi Tohei (Waka Sensei), on May 19, 2000. The interview was conducted in Japanese, and then translated by William Reed with Tohei Sensei's approval. Translated to German by B. Boll.
William Reed, bekannt durch seine
Bücher über Ki, führte dieses
Interview mit Meister Koichi Tohei,
und dessen Sohn und
Nachfolger Shinichi Tohei (Waka
Sensei, d.h. "junger" Lehrer) am 19.
Mai 2000. Das Interview fand auf
Japanisch statt und wurde dann von
William Reed ins Englische
übersetzt.
Ihr Buch "Ki no Kakuritsu" ist eine
persönliche Biographie dessen, was
Sie von Ihren 3 Hauptlehrern im
Leben gelernt haben. Was Sie in der
Ki Society unterrichten beruht auf
dem, was Sie gelernt haben,
unterscheidet sich aber von dem
Ihrer Lehrer. Was war das Wichtigste,
das Sie von jedem gelernt haben und
wie haben Sie diese in einen ganz
neuen Zusammenhang gestellt?
Mein erster Lehrer war Tetsuju
Ogura, ein Schüler des
Schwertmeisters Tesshu Yamaoka aus
der Meiji-Zeit. Das Training
enthielt strenge Misogi-Atemübungen
und Singen und auch lange Stunden
von Zen-Meditation. Tesshu war ein
Mann, dessen ganze Lebenseinstellung
auf der Idee beruhte, dass man dann,
wenn man sich entscheidet, etwas zu
lernen, es auch gänzlich in der Wirkung ausprobieren
muss. Jede Theorie muss im
Experiment geprüft werden und dann
kann man das Gute annehmen und das
Schlechte verwerfen.
Alles was ich heute unterrichte ist
durch eingehende Erfahrung
entwickelt worden; das gilt für mich
und für meine Schüler.
Ich lernte Aikido von Morihei
Ueshiba, auch hier wurde alles erst
ausprobiert und danach wurden die
Fragen gestellt. Ueshiba Sensei war
ein Meister des Ki und auch der
Gründer des Aikido.
Er war jedoch auch ein Anhänger der
Omotokyo-Religion, und dies
beeinflusste seinen Aikidounterricht.
Es war häufig nicht möglich einen
Sinn in seinen esoterischen
Erklärungen zu finden. Ich habe alle
seine Übungen ernsthaft trainiert,
obwohl viele von der Omotokyo-Religion
kamen und für uns keinen Sinn
ergaben. Zum Beispiel sollten wir
das Alphabet in einer anderen
Reihenfolge aufsagen. Statt die
Vokale in der japanischen
Reihenfolge "A-I-E-O-U" zu sprechen,
mussten wir sie unaufhörlich als
"A-O-U-E-I" wiederholen, weil diese
Reihenfolge angeblich eine tiefere
Bedeutung hätte. Er erzählte uns,
dass wir eins mit dem Ki des Himmels
werden sollten, aber nicht, wie wir
das bewerkstelligen sollten. Man
konnte viel mehr von ihm lernen,
wenn man beobachtete, wie er Aikido
ausführte, als dass man ihm bei
seinen Erklärungen zuhörte. Das
wirklich Wichtige was ich von Ueshiba-Sensei lernte war, wie man
sich entspannt. Er war im Angesicht eines
Konflikts immer entspannt, daher war
sein Aikido so stark. So verhielt er
sich selbst, aber er forderte seine
jungen Schüler auf, so stark wie
möglich festzuhalten. Wenn man im
Aikido nicht entspannt ist, kann man
niemanden werfen. Es erschien uns
wie ein Rätsel, dass Ueshiba-Sensei
immer uns werfen und sich immer aus
einer Umklammerung befreien konnte.
Er lenkte das Ki und er konnte
seinen Gegner immer in die Richtung
werfen, in die er sich schon bewegte.
Ich fing an, rasche Fortschritte zu
machen, als ich seine Art kopierte
und seinen Aussagen weniger
Beachtung schenkte. Ich kam
schließlich so weit, dass ich etwa
30% der Techniken behielt, die ich
von Ueshiba-Sensei gelernt hatte,
und den Rest änderte oder wegließ.
Was ich wirklich von ihm lernte
waren nicht Techniken sondern das
wahre Geheimnis des Aikido,
Konfliktfreiheit, nicht gegen die
Kraft des Gegners anzukämpfen,
sondern sie zu benutzen.
Nach dem 2. Weltkrieg lernte ich bei
Tempu Nakamura, einem bekannten
Yoga-Meister und Psychologen, der
lehrte, dass der Geist den Körper
lenkt. Ich hatte das auf dem
Schlachtfeld häufig erlebt. Wenn wir
unter Beschuss lagen, klagte niemand
über Magenprobleme, aber sobald wir
sicheres Gelände erreichten, nahmen
alle es etwas lockerer und jeder
wurde krank. Der mentale Zustand der
Sorglosigkeit kann tatsächlich krank
machen. Nakamuras Lehre, dass der
Geist den Körper bewegt, half mir,
die Grundprinzipien des Aikido zu
verstehen. Deswegen nannte ich meine
Form dieser Kunst "Aikido in Einheit
von Geist und Körper" (Shin Shin
Toitsu Aikido). Im Westen ist es jetzt
als Ki-Aikido bekannt. Ich habe
sorgfältig alles ausprobiert, was
Nakumura-Sensei lehrte. Das Ergebnis
meines Probierens zeigte mir, dass
einiges funktionierte, manches aber
nicht. Eine Technik, die nicht
funktionierte war eine
Meditationstechnik aus dem Yoga
namens Kumbahaka. Sie beinhaltete das
feste Schließen des Anus, Kraft in
den Unterbauch zu legen, den Solarplexus zu entspannen, die Schultern
herunter hängen zu lassen, die Ohren
auf einer Linie mit den Schultern zu
halten und die Lippen gegen die
Zähne zu pressen. Das war wirklich
ein übertriebener und schrecklicher
Versuch die natürliche Haltung zu
erklären. Nakamura selbst führte
diese Technik nicht aus, aber so
erklärte er sie. Viele alte
orientalische Methoden verwenden
übertriebene Beschreibungen, um
einen natürlichen Zustand zu
beschreiben - und kommen dann zu
völlig falschen Ergebnissen. Aber
ich probierte alles gründlich aus, um aus
der Erfahrung zu lernen. Wenn ich Kumbahaka bei der Arbeit in der
Landwirtschaft praktizierte, bekam
ich einen schlimmen Rücken, wenn ich
es beim Gehen übte, kam ich außer
Atem, und wenn ich es im Aikido
einsetzte, funktionierte keine
einzige Technik mehr. Das Wichtigste
ist, wie man etwas tut, nicht wie
man es sagt. Indem ich mich an
natürliche Prinzipien hielt und es
so machte wie Nakamura selbst, statt
so wie er es sagte, fand ich heraus,
wie ich es richtig und sinnvoll
machen musste. Er bemerkte das und
fragte mich, was ich da mache. Ich
sagte ihm, ich übte Kumbahaka. Er
wusste das und wollte wissen, wie
ich es machte. Ich zeigte ihm, dass
sogar seine fortgeschrittenen
Studenten aufgrund der Anspannung,
die sie beim Versuch, diese Übung
nachzuvollziehen, entwickelten,
leicht umzuschieben waren. In seinen
späteren Jahren änderte er die Art,
wie er die Übung erklärte, aber nach
seinem Tod kehrten seine Schüler zu
der alten Erklärung zurück. Und
jetzt ist es nicht besser als damals.
Können Sie erklären, wie Sie aus den
Aikidokünsten ein System von
Aiki-Übungen, Gesundheits-Übungen
und neuerdings die Rhythmus-Übung in
Einheit (von Geist und Körper)
entwickelten, und wie das alles mit
Aikido zusammenhängt?
Nach meinem ersten Besuch in Hawaii
1953 kam ich viele Male zurück und
unterrichtete auf jeder Insel wie
auch auf der Hauptinsel. Wenn ich
wiederholt zu einem Dojo kam,
erinnerten sich die Leute nicht mehr
an das, was ich sie schon gelehrt
hatte. Es schien, dass viele der
Aikidotechniken schwierig
auszuführen waren, besonders mit
wechselnden Partnern. Damals schuf
und lehrte ich einen Satz Aiki Taiso
oder Übungen, die man alleine
ausführen kann. Sie enthielten die
Grundbewegungen der Aikidotechniken.
Dadurch konnten sie sich die
Aikidotechniken einfacher merken,
insbesondere weil ich Teilnehmer
aller Art in meinem Unterricht hatte,
junge und alte. Aber nur Wenige
hatten die Zeit, sich nur dem Aikido
zu widmen. Es störte mich,
dass sogar diese Übungen zu wenig
waren, dass die Leute sich zwischen
meinen Besuchen die Dinge merken
konnten. Sie führten sie richtig aus,
so lange ich da war, aber wenn ich
sie dann beim nächsten Mal wieder
sah, hatten sie es schon wieder
vergessen. Es blieb einfach nichts
hängen. Dann wurde mir klar, was
fehlte. Wenn es stimmt, dass der
Geist den Körper bewegt, dann reicht
es nicht, nur die Körperbewegungen
auszuführen. Um dieses Problem zu
lösen, ließ ich die Leute die
gleiche Bewegung in jeder Übung
jeweils zwei Mal machen, und das funktionierte verblüffenderweise jedes Mal. Sogar Anfänger konnten
Geist und Körper koordinieren und
waren sehr stabil, wenn Sie nach
solch einer Zweifach-Übungen
getestet wurden. Bei der ersten
Bewegung war der Geist nicht ganz
bei der Aktion, aber bei der zweiten
waren Geist und Körper vereinigt.
Ein Mal verloren, zwei Mal gefunden.
Auf Drängen meiner Frau entwickelte
ich dies zu einer Übungsfolge, die
zu Musik ausgeführt werden konnte.
Ich nannte es "Eins-Sein Rhythmus
Übung". Selbst wenn jetzt einige
meiner Schüler es missverstehen und
denken, dies sei ein Ersatz für
Leute, die keine Aikido üben, ist es
doch tatsächlich ein Kompaktprogramm,
um das eigene Aikido zu verbessern.
Die Übung schult das Entspannen und
das richtige Gefühl für Rhythmus.
Das ist auch der Schlüssel, um eine
Aikidotechnik effektiv zu machen.
Deswegen fordern wir von unseren
Schülern die Beherrschung dieser
Übung, ehe sie die
Schwarzgurt-Prüfung ablegen. Es
bedarf keiner weiteren Worte. Mit
einem Ki-Test vor und nach den
Übungen sieht man, wie gut es
funktioniert.
Sie haben im Laufe der Zeit viele
Änderungen an den Aikidotechniken
vorgenommen, wichtige Änderungen wie
etwa Würfe oder Hebel ausgeführt
werden, damit sie besser mit den
Ki-Prinzipien übereinstimmen. Kann
jemand der einen anderen Aikido-Stil
praktiziert oder sogar eine andere
Budokunst wie Judo oder Karate die
Ki-Prinzipien in seinen Techniken
anwenden?
Natürlich, Ki-Prinzipien lassen
sich auf alle Kampfkünste anwenden,
sogar auf Sport, Tanzen oder andere
Übungsformen. Es gibt vier
Grundprinzipien: Den einen Punkt
halten, Vollkommen entspannen,
Gewicht unten halten, Ki fließen
lassen. Keines von diesen ist auf
Aikido beschränkt, sie können
wirklich auf Alles im täglichen
Leben angewandt werden. Ich lehrte
diese Prinzipien dem Baseball-Profi
Sadaharu Oh und er stellte einen
neuen Weltrekord für Home Runs auf.
Die Grundprinzipien des Universums
gelten für Alles was man tut. Der
Grund für unbefriedigende Ergebnisse
ist, dass die Leute versuchen, gegen
die natürlichen Prinzipien zu
handeln. Wenn man sich an die
Prinzipien erinnert und sie
unterbewusst einsetzt, arbeiten sie
immer für einen. Leider habe viele
die schlechte Angewohnheit, die
Grundlagen zu vergessen, sobald sie
ein paar Fortschritte gemacht haben.
Deswegen muss man ständig weiter
üben.
Sie haben mit den Taigi-Techniken
eine Art olympischen Wettkampf,
etwas Außergewöhnliches im Aikido,
eingeführt. Aus welchem Grund haben
Sie das gemacht und was sind die
eigentlichen Ziele bei diesen Taigi-Wettbewerben?
Ueshiba Sensei lehrte, dass Aikido
auf Konfliktfreiheit
(non-dissension) aufbaut und
deswegen verbannte er Wettbewerbe
aus dem Aikido. Wenn
Konfliktfreiheit falsch
interpretiert wird, kann es auch
bedeuten, vor Problemen wegzulaufen.
Der Kern der Sache ist, dass
angesichts eines Konfliktes
derjenige der Stärkste ist, der
entspannt ist. In gewöhnlichen
Auseinandersetzungen wird Kraft
gegen Kraft gesetzt und der Stärkere
gewinnt. Aber der Sieger von heute
ist der Verlierer von morgen.
Niemand ist unbesiegbar. In Wahrheit
setzt Aikido nicht Kraft gegen
Kraft, sondern überwindet die Kraft,
indem es sich mit ihr verbindet und
sie lenkt. Aber wenn man das nie
unter Wettkampfbedingungen testet,
woher will man wissen, ob man es
richtig macht oder nicht?
Gewöhnliche Wettkämpfe finden unter
geschützten oder festgelegten
Bedingungen statt. Dadurch besteht
die Gefahr, sich schlechte
Gewohnheiten anzueignen, die einem
auf der Straße nichts helfen, wo ein
Angreifer nicht nach den gleichen
Regeln spielt. Die wahre Bedeutung
von Konfliktfreiheit liegt darin,
angesichts eines Konfliktes zu
entspannen, das Ki des Gegners zu
respektieren und es zu einem
unschädlichen Abschluss zu führen.
Der Taigi-Wettbewerb ist keine
Gelegenheit, um zu sehen, ob der
Eine stärker als der Andere ist,
sonder eher um Aikidotechniken zu
prüfen, zu zeigen und vorzuführen.
Das geschieht vor Publikum und
Preisrichtern, die nach strengen
Regeln bewerten. Die wichtigsten
Dinge, auf die wir achten, sind
Fudoshin (Stabilität, Gleichgewicht),
guter Rhythmus und Fülle des Ki (Ausdehnung,
Ästhetik). Es gibt Dutzende von
Kriterien speziell für die einzelnen
Techniken, aber das sind die
wichtigsten. Die Gewohnheiten des
täglichen Übens erscheinen sehr klar
unter dem Druck des Taigi-Wettbewerbs.
Aber das ist etwas ganz Anderes als
ein Kampf.
Wenn man jemanden dahin führt, wo er
hin will, wird er gerne folgen. Zu
dessen Besten wünsche ich, dass er
nicht widerstrebt. Aber wenn man
egoistisch die Anderen hinter sich
lässt, werden sie natürlich
Widerstand leisten und schon ist der
Konflikt da. Das ist das Problem
heute, wo jeder an sich selbst denkt,
und nicht an die Konsequenzen für
Andere oder die Umwelt denkt. Das
ist das Ergebnis von hundert Jahren
Materialismus des 20. Jahrhunderts,
der den Körper über den Geist
gestellt hat. Die fünf Prinzipien
des Shin Shin Toitsu Aikido gelten
genauso für Kunst Andere zu führen.
Ki fließen lassen, den Geist des
Gegners kennen, Das Ki des Gegners
respektieren, Sich an die Stelle des
Gegners versetzen, Mit
Selbstvertrauen führen. Wir zeigen
das Schritt für Schritt beim
Unterrichten jeder einzelnen
Aikidotechnik, aber es funktioniert
genauso gut im Geschäftsleben oder
im Verkauf. Wenn die
Verantwortlichen in den Firmen es so
machen würden, würden ihre
Angestellten freudig und hart
arbeiten. Das gleiche gilt für
Eltern und Lehrer. Der Hauptzweck
des Aikido ist es, Ki zu entwickeln
und zu üben. Der Taigi-Wettbewerb
bietet eine Gelegenheit dies auf
einem hohen Niveau zu zeigen und zu
prüfen.
Sie haben eine Methode mit Ki zu
heilen entwickelt, die
Kiatsu-Therapie. Wie unterscheidet
sich Kiatsu von Shiatsu und von
anderen Formen der orientalischen
Massage?
Der Hauptunterschied ist, ob es auf
Ki-Prinzipien beruht oder nicht.
Wenn Sie ständig Dinge gegen
natürliche Prinzipien tun, werden
sie wahrscheinlich ausgelaugt oder
krank enden. Der größte Fehler, den
viele machen, besteht darin, dass
sie annehmen, der Therapeut sei
derjenige, der den Patienten heilt.
Selbst Mediziner vergessen die
Lebenskraft, wenn sie Patienten
behandeln. Es ist die eigene
Lebensenergie des Patienten, die
heilt, und der Therapeut stimuliert
nur den Fluss des Ki, was dann
tatsächlich den Patienten heilt.
Wenn jemand schwach ist und Hilfe
benötigt, kann Kiatsu ihm wieder auf
die Füße helfen. Aber jeder wird
längerfristige Ergebnisse erzielen,
wenn er die Verantwortung für seine
geistige und körperliche Gesundheit
selbst übernimmt. Ein hoher
Prozentsatz von Krankheiten wird
durch Stress verursacht oder
verschlimmert.
KI KONZEPTE
Das Markenzeichen und zentrale
Prinzip der Ki Gesellschaft ist Ki.
Wie würden Sie Ki einem Kind
erklären?
Ki ist ein japanisches Wort, das die
natürliche Energie des Universums
bezeichnet. Konkret erfahren wir es
meist als Lebenskraft, das was uns
die Gesundheit und das Glück erhält.
Im Japanischen bedeutet "ikite iru"
leben, "iki o shite iru" bedeutet
atmen, und obwohl die Schriftzeichen
unterschiedlich sind, enthalten
beide Ausdrücke die Silbe Ki.
Ursprünglich hatte das Japanische
kein Schriftsystem, wir übernahmen
die chinesischen Schriftzeichen und
passten sie an unsere Sprache an.
Das Schriftzeichen für Ki ist
chinesisch, aber das Wort Ki gab es
im Japanischen, ehe das
Schriftzeichen übernommen wurde. Als
ich zum ersten Mal nach Hawaii fuhr,
das war 1953, fragte ich meine
Schüler, ob es ein entsprechendes
Wort im Englischen gäbe. Sie
schauten im Wörterbuch nach und
fanden nichts Entsprechendes. Also
begannen sie das Wort Ki zu
verwenden und jetzt benutzt es
jeder. Kinder erkennen es
instinktiv. Es sind die Erwachsenen,
die es mit Worten erklären wollen.
Auf welche Weise erhält Ki-Aikido
die Gesundheit und fördert die
Fitness?
Wir sprechen von Ki als einer
Energie, die frei zwischen unserem
Körper und dem Universum fließt.
Jemand, der gesund ist, hat "genki",
d.h. er hat starkes Ki. Wenn Ihr
Körper durch Stress und Anspannung
durcheinander ist, wird das Ihre
Gesundheit negativ beeinflussen.
Aikido ist eine ausgeglichene
Übungsform, die den Körper jung und
fit hält. Und es ist auch eine
hervorragende Methode starkes Ki zu
entwickeln.
Was ist das größte
Missverständnis beim Ki?
Das größte Missverständnis ist, zu
denken, Ki sei etwas Magisches oder
Übernatürliches. In Wirklichkeit ist Ki so natürlich wie Luft und Wasser.
Manche Leute unterrichten, dass sie
"Ki benutzen" können, um Andere zu
werfen ohne sie zu berühren. Aber
das funktioniert wohl nur bei den
eigenen Schülern eines Lehrers. Ich
lehre, natürlich zu bleiben, und ich
habe nie etwas anderes unterrichtet.
Ich zeige im Unterricht Übungen, die
Manche für ungewöhnlich halten
mögen. Zum Beispiel, dass man
seinen
Körper nicht mehr hochheben lässt,
selbst wenn mehrere starke Leute
dies versuchen. Oder sich so zu
konzentrieren, dass man von
niemandem umgeschoben werden kann.
Aber keine dieser Übungen ist
übernatürlich und alle meine Schüler
können sie genau so gut
ausführen. Man benötigt keinen
Assistenten, der dafür sorgen würde,
dass der Trick funktioniert.
Deswegen rufe ich immer Personen aus
dem Publikum auf, die ich nie
gesehen habe, um diese Übungen
vorzuführen. Jemand, der dies ohne
es zu verstehen sieht, könnte es
übernatürlich nennen, aber ich habe
mich nie in diese Richtung
profiliert.
Die meisten denken, dass man
entweder ausweichen oder es annehmen
muss, wenn jemand gegen den Körper
drückt. Wenn man aber entspannt und
koordiniert ist es relativ leicht,
die ankommende Kraft in den Einen
Punkt umzulenken und stabil wie ein
Felsen zu sein, selbst wenn mehrere
Personen versuchen, einen um zu
schieben. Das gleiche passiert, wenn
sie mental unter Druck geraten. Sie
sagen zu sich selbst, dass sie müde
sind, und reden sich wortwörtlich in
einen Erschöpfungszustand. Das ist
nur natürlich, denn der Geist folgt
dem Körper (??? Anm. des
Übersetzers:
ich dachte, das geht andersherum).
Deswegen würde ich meinen Schülern
auch nicht erlauben, negative
Ausdrücke zu benutzen. Man redet die
Schwierigkeiten herbei. Junge Leute
haben heutzutage die schlechte
Gewohnheit, sich in Entschuldigungen
zu flüchten. "Ja, aber ich kann
nicht …" Wie kann man "kann nicht"
sagen, ohne es zuerst zu versuchen?
Wenn man denkt, das etwas schwierig
ist, ist es das Wichtigste, eine
Lösung zu suchen, nicht einfach
aufzugeben. Viele Leute geben beim
ersten Anschein von Widerstand schon
auf.
Sie sagen, alles besteht aus Ki,
und wenn das Ki frei fließt, sind
wir in einem Zustand guter
Gesundheit. Haben Gegenstände und
unsere Besitztümer auch Ki in diesem
Sinne?
Natürlich fließt Ki in Allem.
Deswegen müssen wir unser Eigentum
mit Sorgfalt behandeln. In diesem
Sinne ist alles lebendig. Nicht nur
die Pflanzen und die Tiere. Dinge
sind auch lebendig und es hat
Auswirkungen auf sie, wie wir sie
behandeln. Wir verschwenden zu viel
und wir sollten mehr Sorge für das
tragen, was wir besitzen. Ehe wir
Dinge wegwerfen, sollten wir
versuchen, sie zu reparieren, sie
wieder zu verwerten und wieder
benutzen, und auf sie Acht geben,
damit sie länger halten. Ein
wichtiges Grundprinzip der
Kampfkünste ist es, Gegenstände und
Menschen mit Respekt zu behandeln.
Was ist das Geheimnis eines guten
Kiai?
Kiai ist bloß ein Wort, dass
Kampfkünstler für einen
konzentrierten Schrei erfunden
haben, der in einer Technik
verwendet wird. Seine wahre
Bedeutung ist, positives Ki in Alles
was man tut, strömen zu lassen. Der
wirkliche Kiai kann lautlos sein,
positiv denken und starke mentale
Kraft im Tun. Selbst wenn jemand
droht, Sie anzugreifen, wenn Sie
starkes Ki ausstrahlen, sendet dies
ein kraftvolles unterbewusstes
Signal an den Angreifer, so dass kein
Raum für einen Angriff da ist. Wenn
Eltern immer daran denken, ihren
Kindern zu helfen, besser zu werden,
ist das auch Kiai. Wenn Kinder sich
schlecht benehmen, sollten Eltern
über sich selbst Gedanken machen.
Oft bedeutet es, dass die Kinder
mehr Zuwendung, mehr Kiai brauchen.
Sie sagen, dass sie gerne
lächeln, wenn Sie in Schwierigkeiten
sind. Sie verlagern die
Schwierigkeiten auf die Gegenseite
durch eine positive Sicht auf die
Möglichkeiten, eher als auf die
negative Sicht der Beschränkungen.
Ihre Art, Dinge zu sehen, ist häufig
genau umgekehrt zu der von
gewöhnlichen Leuten. Wie haben Sie
diese Art zu denken entwickelt?
Wir werden in eine relative Welt
hineingeboren. Eine Welt von
Gegensätzen. Wir sehen die Dinge in
Schwarz-Weiß und vergessen die
Grauschattierungen dazwischen. Die
Verbindungen zwischen Dingen sind
nicht immer offensichtlich. Im
Gegensatz zum Anschein sagte
Galileo, dass die Erde sich um die
Sonne bewegt, und natürlich hatte er
Recht. Man kommt leicht in eine
Denkweise, die einen glücklich
macht, wenn alles gut geht, wobei
man sich aber aufregt, wenn etwas
nicht nach Plan läuft. Man sieht die
Dinge anders, wenn man sich
erinnert, dass im Untergrund
tatsächlich alles mit Ki verbunden
ist, und man sich nicht über jede
kleine Änderung aufregen muss.
LERNEN WIE MAN LERNT
Um Aikido zu meistern, braucht es
Jahre. Die Leute fragen sich, wie
lange es wohl dauert, bis man
gelernt hat, sich mit Aikido "selbst
zu verteidigen": Was können Schüler
im Dojo lernen, das sie sofort im
täglichen Leben anwenden können?
Der eigentliche Sinn des Aikido ist
es nicht, Techniken zu lernen,
sondern zu lernen, wie man Geist und
Körper vereinigt. Wenn man seinen
Geist nicht kontrollieren kann, wie
kann man dann seinen Körper
kontrollieren? Wenn man die
Ki-Prinzipien richtig anwendet, kann
man leicht Aikido ausüben. Der Grund
dafür, dass es seine Zeit braucht,
Aikido zu lernen, liegt darin, dass
wir vergessen haben, die Prinzipien
anzuwenden. Wir haben auch schlechte
Gewohnheiten, die wir überwinden
müssen. Ich verleihe schwarze Gürtel
nicht vorschnell, weil die Leute
erst lernen müssen, Geist und Körper
in einem gewissen Ausmaß zu
vereinen, ehe sie für eine
Graduierung reif sind. Man kann
Andere täuschen, aber man weiß
selbst was man getan hat, und was
nicht. Es gibt z.B. kein perfektes
Verbrechen, weil man das Universum
nicht täuschen kann. Manche denken,
man könne ungestraft die Gesetze der
Natur brechen, aber es gibt das
Sprichwort: What goes around, comes
around. Eine meiner schlechten
Gewohnheiten in meiner Jugend war
übermäßiges Trinken. Ich war jung
und stark genug, dass ich dachte,
es werde mir nichts ausmachen. Aber
die Exzesse holen einen schließlich
ein. Mein Arzt sagt, dass ein Glas
Wein am Tag gut für die Gesundheit
sei, aber übermäßiger Alkoholkonsum
kann die Gesundheit ruinieren. Viele
junge Leute heute denken, sie
könnten ohne Konsequenzen ihren
Körper missbrauchen oder brauchten
keine Rücksicht auf ihn zu nehmen.
Die Zeit wird es zeigen.
Fehlender Respekt ist heute ein
großes Problem in den Schulen und
den Familien.
Können Sie den Ausdruck ma-ai
erklären, und wie er mit Respekt in
menschlichen Beziehungen
zusammenhängt?
In der Kampfkunst bedeutet ma-ai den
sicheren Abstand, bei dem ein
Angreifer Sie nicht leicht mit
Händen oder Füßen erreichen kann.
Ich fand heraus, dass Viele zu
leicht in den Einflussbereich
Anderer eindringen und sich dabei
Gefahren aussetzen, auch Polizisten,
die es eigentlich besser wissen
müssten. Wenn Sie im richtigen
Abstand stehen, haben Sie immer
Zeit, dem Angriff auszuweichen oder
den Angreifer zu entwaffnen. Aber
wenn Sie zu nahe dran sind, können
Sie sich nicht einmal vor einem Baby
schützen, dass Sie im Gesicht
kratzt. Im täglichen Leben bedeutet
ma-ai, niemanden zu zu verwunden
oder zu verletzen, mit Worten oder
mit Taten. Selbst wenn Sie mit Ihrem
Nachbarn gerade gut auskommen, wenn
Sie den Zaun zwischen Ihnen
entfernen, kann das Konflikte
hervorrufen. "Gute Zäune machen gute
Nachbarn". Ma-ai bedeutet den Raum
und das Eigentum des Anderen zu
respektieren. Wenn Sie aber den
Geist vergessen und nur der Form
folgen, haben Sie nur ein leeres
Ritual. Schüler sollten einen Lehrer
dadurch respektieren, dass sie nach
dem Besten suchen, was sie von ihm
lernen können. Jeder kann etwas
geben. Aber die Meisten neigen dazu,
nach negativen Seiten zu suchen und
sind schnell dabei mit Kritik und
fehlendem Respekt. Die Leute denken
heute zuerst an sich selbst und
vergessen die Anderen. Das ist ein
grundlegender Fehler. Gegenseitiger
Respekt ist das einzig Richtige.
Sie sagen, Amerikaner sind gut
bei der Frage nach dem Warum, aber
sie setzen es nicht gut in die
Praxis um, Japaner dagegen sind in
der Praxis
sehr gut, aber fragen nicht nach.
Wie können wir das Beste von Beidem
verwirklichen?
Ich war in letzter Zeit nicht lange
in Amerika, daher kann ich nicht
sagen, ob sich etwas geändert hat,
aber in Japan hat es sich
verschlechtert. Die Japaner fragen
immer noch nicht nach dem Warum,
aber sie üben jetzt noch nicht
einmal. In der Vergangenheit
arbeiteten sie sehr hart, aber jetzt
sind die Japaner sehr faul geworden.
Sie erwarten, dass alles für sie
gemacht wird. Es gab vor einigen
Jahren ein Buch, in dem die Japaner
und die Juden verglichen wurden,
wegen des harten Arbeitens und des
geschäftlichen Erfolgs. In Europa
erzählte man mir, dass es eine
Gruppe in der Welt gäbe, die weithin
als unsympathisch galt. Wer? Die
Japaner! Nicht erstaunlich, wenn man
sich die Aussagen unserer Politiker
anschaut, die eher für sich selbst
arbeiten, als für die Menschen, die
sie repräsentieren.
Viele Dinge lassen sich heute
ohne Handbuch nicht verstehen oder
bedienen, aber viele junge Japaner
sind so abhängig von Anleitungen,
dass sie ohne diese nicht denken
oder keine Entscheidungen treffen
können. Wie lehren Sie die Menschen,
Regeln flexibel anzuwenden?
Nur die Grundlagen sollten in einem
Handbuch beschrieben werden. Sie
brauchen keine übermäßigen
Erklärungen, lediglich klare
Anweisungen, wie etwas gemacht
werden muss. Leute, die sich mehr
für Erklärungen als für Taten
interessieren, sind häufig nicht in
der Lage, jemandem eine simple
Aufgabe zu erklären. Ich hörte die
Geschichte von einigen Leuten in
Maui, die Nägel in eine Säule
schlagen sollten, um sie auf der
Standfläche zu
befestigen. Sie machten, was man
ihnen gesagt hatte, aber da ihnen
niemand gezeigt hatte, wie man das
macht, fiel die Säule gleich um, als
sie fertig waren. Die Nägel waren
nicht bis in den Boden
durchgedrungen. Das Wichtigste in
der Ausbildung ist die Praxis. Wir
lernen am Besten, wenn wir es tun,
nicht durch Bücher.
KAMPFKÜNSTE IN DER GESELLSCHAFT
Japans Bevölkerung altert
schnell, wie auch in anderen
entwickelten Industrienationen. Was
für eine Zukunft bringt uns das und
wie können wir uns am Besten darauf
einstellen?
Die beste Vorbereitung auf die
Zukunft ist, nicht krank zu werden.
Es gibt keine bessere Investition
als die Gesundheit und die geistige
Klarheit zu erhalten. Zu viele Leute
werden heute mit 50 oder 60 senil,
kurz nach der Pensionierung. Das
kommt von einer passiven und
sitzenden Lebensführung. Noch sieht
man auch wesentlich ältere Leute,
die noch jeden Tag arbeiten, im
Garten oder in der Gemeinschaft. Das
chinesische Schriftzeichen für
"arbeiten"
働
(jap. hataraku) wird mit
einem Symbol geschrieben, das eine
"sich bewegende Person" bedeutet.
Wir müssen in Bewegung bleiben oder,
wie man sagt "use it or lose it"
(benutze es oder verliere es). Wenn
Sie zu passiv sind und erwarten,
dass man sich um Sie kümmert, werden
Sie soweit kommen, dass man sich um
sie kümmern muss. Die Leute feiern
wenn jemand hundert Jahre alt wird,
aber warum machen sie es nicht so
wie diese Person, um auch hundert zu
werden? Die Regierung versucht mehr
Einrichtungen für ältere Menschen zu
bauen. Das ist der falsche Ansatz.
Ältere Menschen sollten ermutigt
werden zu arbeiten und gerne aktiv
zu bleiben. Das Problem ist, dass
die Leute nicht arbeiten wollen,
wenn sie kein Geld dafür bekommen.
Wer braucht Geld, wenn das was er
tut, gut für ihn selbst ist und auch
noch gut für Andere? Jeder kann
Anderen helfen. Jeder kann etwas
leisten. Dass man arbeitet, ist
natürlich. Junge Leute sollten mehr
Selbstdisziplin entwickeln, oder sie
werden frühzeitig krank und senil.
Zwei Probleme, die die
Gesellschaft heute plagen, sind das
chronische Ermüdungssyndrom (CFS=Chronic
Fatique Syndrome) und die AD
Krankheit (ADD=Attention Deficit
Disorder). Sie werden üblicherweise
mit Medikamenten behandelt. Gibt es
eine bessere Lösung?
Es ist ein großer Fehler diese
Probleme medikamentös zu behandeln.
Das überdeckt nur die Symptome und
die Probleme werden schlimmer, ohne
dass man sie sieht. Der Grund für
Ermüdung und fehlende Aufmerksamkeit
ist, dass etwas in der mentalen
Einstellung oder den körperlichen
Gewohnheiten gegen die Natur geht.
Wenn man sich zwingt, unnatürlich zu
leben, wird das folgerichtig zu Ermüdung
führen. Man kann das Problem nicht
künstlich mit Medikamenten lösen.
Das macht es nur schlimmer. Der
Grund, wieso Kinder sich nicht
konzentrieren können ist, dass die
Eltern und die Lehrer nicht wissen,
wie sie es ihnen beibringen sollen,
oder sie können sich selbst nicht
konzentrieren. Fehlende Disziplin
führt zu weiteren Problemen, die
umso schwieriger in Ordnung zu
bringen sind, je länger es dauert.
Es gibt ein gesteigertes
Interesse an Wellness (Wohlfühlen)
und Vorbeugung unter den Ärzten, und
es gibt auch Alternativen zu
Medikamenten und medizinischen
Eingriffen. Zwar sind Ärzte dauernd
beschäftigt und haben kaum Zeit
diese Ansätze zu studieren, noch
weniger können sie sagen welche es
wert sind, untersucht zu werden. Was
können wir aber tun, damit bei
Medizinern und den Profis im
Gesundheitswesen die positiven
Auswirkungen von Ki und Kiatsu
erkannt werden?
Wenn jemand so sehr beschäftigt ist,
dass er Wichtiges nicht mehr
erledigen kann, muss er erst ein Mal
lernen zu entspannen. Tatsächlich
sind sie nicht so fleißig wie sie
denken. Sie machen es sich selbst
vor, sich geschäftig zu fühlen, so
zu tun und dass es so aussieht.
Jemand von dieser Sorte Person
brauchte 20 Minuten, um mir zu
erklären, wie beschäftig er sei,
während dieser Zeit rauchte er eine
Zigarette nach der anderen, bis ein
halber Aschenbecher voll war. Ich
sagte ihm, wenn er so viel Zeit zum
Rauchen habe, müsse er auch Zeit für
wichtigere Dinge haben. Die Leute
verlieren das Gespür dafür, was
wichtig ist. Wenn sogar der Arzt so
unter Stress steht, dass er nicht
ohne Tabletten schlafen kann, dann
ist es wirklich Zeit, andere Wege
zur Gesundheit zu betrachten!
Ein großes Problem in Amerika ist
heute das Prozessieren. Die Leute
klagen gegen Andere wegen wirklicher
oder vermeintlicher Missstände und
es ist ein großes Geschäft für die
Rechtsanwälte. Kampfkunst-Dojos sind
nicht immun und die Versicherungen
bieten keinen hundertprozentigen
Schutz. Wie kann man sich gegen
Klagen schützen?
Als Erstes, wenn der Lehrer volle
geistige Präsenz hält während er
unterrichtet, lassen sich die
meisten Unfälle im Dojo vermeiden.
Wenn die Beziehungen zwischen den
Schülern in Ordnung sind, wird
niemand klagen. Ich empfehle meinen
Lehrern auch, dass sie Kiatsu
lernen. Wenn ein Schüler sich
verletzt, der Lehrer sich richtig um
ihn kümmert und das Problem mit
Kiatsu heilt, wird der Schüler nie
klagen. Probleme vor Gericht sind
häufig die Oberfläche von
tiefer liegenden. Ich habe von Leuten
gehört, die zu Unrecht im
Berufsleben angeklagt wurden und
dann den Fall durch eine Kombination
von reinem Gewissen und einem Sinn
für Rechtschaffenheit unter Druck
gewinnen konnten.
Gewalt war schon immer Teil
unserer Gesellschaft, aber in
letzter Zeit ist sie zu einer
wirklichen Bedrohung an den Schulen
geworden. Schon Kinder unter 10
Jahren haben Gewehre in den Händen.
Was können Eltern und Lehrer tun, um
ihre Kinder und sich selbst zu
schützen?
Zuerst einmal erzeugt man große
Probleme, wenn man es zu leicht für
die Leute macht, Gewehre zu kaufen,
und wenn man Kinder zu leicht an sie
heran lässt. Der größte Nutzen im
Training für die Kinder ist
Selbstkontrolle und Selbstdisziplin.
Es gibt nichts gefährlicheres als
ein gereiztes Kind. Sogar die
japanischen Yakuza (Mafia) werden
selten jemanden verletzen, selbst
wenn sie es androhen, weil sie aus
Erfahrung wissen, welche
Konsequenzen das hat. Kinder
beachten keine Konsequenzen, und
wenn sie außer Kontrolle geraten,
und gereizt sind, sind sie zu allem
fähig. Am Besten trainieren Kinder
und Eltern zusammen, so dass jeder
versteht, wie wichtig gegenseitiger
Respekt ist.
VERBRECHEN UND GERECHTIGKEIT
Was denken Sie über die
Film-Genres Western- und
Samurai-Film?
Mir gefallen sie, weil sie leicht zu
verstehen sind, eine Form reiner
Unterhaltung, eine gute Show. In den
alten Samurai Filmen kann man die
Guten von den Bösen leicht
unterscheiden, anders als in vielen
modernen Filmen, wo der Plot unklar
ist, die Bösen gewinnen, und die
Personen mit Verbrechen und ohne
Konsequenzen davon kommen. Ich
schaue mir Samurai-Filme aus dem
gleichen Grund gerne an wie Kabuki.
Man kann sofort sagen, ob jemand in
Einheit von Geist und Körper agiert
und es ist schön, dabei zu zu
schauen. Wenn sie es nicht so
spielen, wechsle ich den Kanal.
Früher habe ich Western angeschaut,
aber jetzt nicht mehr. Die neueren
habe unstimmige Plots und nicht
überzeugende Charaktere. Der
gefangene Böse entkommt plötzlich
ohne irgendeine Anstrengung. Der
Held gewinnt mit seinen guten
Blicken!
Sie haben Ki-Aikido bei der
Polizei, dem FBI und dem
Geheimdienst unterrichtet. Wie
sollten sie eine gefährliche Person
beruhigen oder festhalten, oder
jemanden der unter Drogen steht und
außer Kontrolle gerät?
Wenn jemand gefährlich ist, unter
Drogen steht oder außer Kontrolle
gerät, muss man ihn auf jeden Fall
gewaltsam festnehmen. Sie sind
zeitweilig von Sinnen, daher ist es
sinnlos über Menschenrechte zu
diskutieren. Wenn sie andere
gefährden, müssen sie festgenommen
werden. Wenn sie wieder bei Sinnen
sind, sieht man weiter.
DIE AUGEN ALS FENSTER ZU SEELE
In einem Meisterwerk wie dem
Porträt der Mona Lisa von Leonardo
da Vinci scheinen mich die Augen
dauernd anzusehen, auch wenn ich
mich im Raum bewege. Das habe ich
bei Ihrer Fotografie im Dojo auch
bemerkt. Wie entwickelt man eine so
weites Sehfeld?
Das ist ganz normal, da die Augen,
das reflektieren, was man sieht.
Wenn man auf etwas starrt, verspannt
man sich im Gesicht und verengt das
Sehfeld. Sanfte Augen nehmen alles
auf. Es ist nichts Besonderes, nur
die natürliche Folge von entspanntem
Sehen. Im Sport bekommen die Leute
ein falsches Konzept, wenn es heißt:
"mit den Augen am Ball bleiben". Das
ist ein gute Methode, ihn zu
verfehlen. Wenn man die Augen
entspannt, können sie viel breiter
sehen, und der Körper macht den
Rest.
Sie sprechen darüber, wie wichtig
es ist schnell und überfliegend zu
lesen, um geistige Beweglichkeit zu
entwickeln. Können Sie erklären, wie
man das machen muss?
Natürlich ist das eine gute Idee,
und eine grundlegende Fähigkeit, die
in der Schule gelernt werden sollte.
Heute sind mehr Bücher als je zuvor
auf dem Markt, aber nicht viele, die
lesenswert sind. Wenn Sie wirklich
jedes Buch lesen, ist das eine
ernste Zeitverschwendung.
Schnell-Lesen, oder die Seiten mit
den Augen überfliegen ist eine gute
Methode, den Inhalt schnell zu
erfassen. Wenn es wirklich etwas
wert ist, kann man zurückblättern
und es noch ein Mal lesen, um das
aufzunehmen, was man braucht.
Wie kann man mit dem Rauchen
aufhören oder schlank werden?
Ich unterrichte eine Methode, die
ich von meinem Lehrer Tempu Nakamura
gelernt habe, und die ich
ausführlich in meinem Buch "Ki im
täglichen Leben" beschreibe. Die
Grundidee besteht darin, einen
Spiegel zu benutzen, um sich selbst
eine starke Affirmation zu geben,
ehe man schlafen geht. Das sinkt in
das Unterbewusstsein und arbeitet
während man schläft wie auch am Tag,
um einem beim Ablegen einer
schlechten Gewohnheit zu helfen oder
sich eine gute anzueignen. Viele
Menschen versuchen mit Affirmationen
zu arbeiten, haben aber keinen
Erfolg, weil sie die Worte "Ich bin
..." benutzen, ohne es im
Unterbewussten auch zu glauben. Es
ist besser in den Spiegel zu schauen
und sich selbst zu befehlen, als ob
es jemand anderes wäre. "Du bist
..." Damit der Erfolg sich
einstellt, muss man auch Ausdauer
haben, nicht einfach nach ein oder
zwei Versuchen aufgeben. Es braucht
seine Zeit, etwas im
Unterbewusstsein zu ändern, was sich
im Laufe vieler Jahre aufgebaut hat.
Man sollte das jeden Abend tun, ehe
man zu Bett geht, und dann auch
sofort zu Bett gehen ohne
irgendwelche Ablenkungen. Sagen Sie
sich selbst in den Spiegel: "Du
hasst Tabak!" Allmählich kommt
dieser Gedanke ins Bewusstsein,
jedes Mal wenn Sie nach einer
Zigarette greifen und mit der Zeit
verlieren Sie das Interesse. Es ist
wichtig, sich auf eine einzige
Änderung zu
beschränken, nicht mehrere parallel
zu betreiben. Eine eingefahrene
Gewohnheit zu ändern mag 6 Monate
dauern, oft aber weniger. So lange
Sie etwas mögen, ist es nicht
einfach, diese Gewohnheit abzulegen.
Allmählich können Sie sich immer
besser selbst kontrollieren und eine
schlechte Gewohnheit schneller
reparieren, sogar momentan.
Versuchungen werden Sie nicht so
leicht gegen Ihren Willen lenken.
Ich habe Jahre lang geraucht, aber
als ich mich entschied, damit
aufzuhören, überzeugte ich mich
selbst, dass ich es wirklich nicht
mochte, dann war es einfach mit dem
Rauchen aufzuhören. Der gleiche
Ansatz funktioniert bei anderen
Gewohnheiten genauso.
BUDO UND DIE SCHAUSPIEL-KÜNSTE
Sie haben Budo als Kampfkunst mit
Budo als Tanz verglichen. Was haben
Kampfkünste und Tanz gemeinsam?
Wieso sind manche Menschen von jedem
Blickwinkel aus fotogen?
Traditionell werden in Japan Tanz
und die Kampfkünste als Einheit
betrachtet. Das Schriftzeichen wird
anders geschrieben, aber die
Aussprache ist dieselbe: Budo. Ein
Meister-Tänzer oder Schauspieler
füllt die Bühne mit der Anwesenheit
von Ki. Er schaut nicht ins
Publikum, weil er ganz in seiner
Rolle aufgeht. Er vergisst sein
gewöhnliches Selbst, und das
Publikum ist gefangen. Das kann man
nur vollbringen, wenn Geist und
Körper eins sind. Wenn Sie Ki
fließen lassen, sind sie von jedem
Blickwinkel aus fotogen. Es ist das
sichtbare Gegenstück dazu, dass Sie
nirgendwo offen für einen Angriff
sind.
Was ist der Unterschied zwischen
Sport und Kampfkunst?
Der chinesische Meister Sun Tzu, der
das klassische Werk über "Die
Kriegskunst" geschrieben hat, sprach
über drei Wege zum Sieg. Der
niederste Weg ist Kämpfen, während
der höchste Weg, der Sieg ohne Kampf
ist. Viele Sportarten sind den
unteren Weg des Kämpfens gegangen.
Sie geben Lippenbekenntnisse auf die
Sportlerehre ab, aber innerlich
denken sie, dass gewinnen wichtiger ist
als die Art wie man spielt.
Manche Kampfkünste werden auch wie
Sport ohne Sportlerehre ausgeübt.
Der höhere Weg ist der Sieg ohne
Kampf. Die wahre Bedeutung des
Schriftzeichens für Bu ist "den
Speer stoppen", zu gewinnen, ohne
die Hand zu erheben, ohne Kampf. Wie
ich erläutert habe ist das der Weg,
den wir bei dem Taigi-Wettbewerb
beschreiten, und das kann auch im
täglichen Leben funktionieren. Wir
müssen auf die Grundlagen schauen
und nicht bloß für die Show üben.
Benötigt man eine hohe
Graduierung in Aikido, wenn man Ki
in anderen Bereichen einsetzen will,
wie z.B. in der Musik, im Schauspiel
oder im Geschäftsleben? Wie sollte
man üben, damit man unter Druck auch
bestehen kann?
Die Einheit von Geist und Körper
funktioniert im Theater und im Tanz,
und in allen darstellenden Künsten.
Die Leute bekommen Probleme beim
Vorführen, wenn sie oberflächlich
üben und dann erwarten, dass sie
beim Vorführen ihr Bestes zeigen.
Ich traf einst einen Meister der
traditionellen japanischen Flöte,
Hyakonosuke Fukuhara, der mich darum
bat, ihm zu zeigen, wie er in der
Aufführung Körper und Geist
vereinigen könne. Ich bat ihn die
Flöte so zu halten, als ob er einen
Auftritt habe, und als ich ihn
unerwartet testete, kippte er gleich
um. Er bat um einen weiteren
Versuch, und dieses Mal versetzte er
sich ernsthaft in einen Zustand wie
beim Spielen auf der Bühne, obwohl
er keine Flöte in den Händen hielt.
Dieses Mal bestand er den Test und
er war so fest wie ein Baum. Er
wusste schon wie er Körper und Geist
vereinen konnte, aber nur beim
ernsthaften Üben oder beim Auftritt.
Ein wirklicher Meister ist jemand,
der das jederzeit kann. Der Auftritt
auf der Bühne spiegelt das tägliche
Üben. Daher lehre ich meine Schüler,
das Holzschwert so zu behandeln, als
sei es ein wirkliches scharfes
Schwert. Wenn Sie so üben, dann
können Sie auch dann noch ruhig
bleiben, wenn Ihr Gegen ein
wirkliches Schwert hält, Sie können
es gelassen betrachten als ob es ein
Holzschwert wäre.
HEMMSCHWELLEN UND MÖGLICHKEITEN
KI ZU LERNEN
Viele Leute, die gerne nach Japan
kämen, um Ki-Aikido oder Kiatsu zu
lernen im Hauptzentrum zu lernen,
können einfach nicht die Zeit und
die Mittel aufbringen, zwei Jahre im
Beruf auszusetzen, nach Japan zu
fahren und die Sprache zu lernen.
Welche Alternativen haben sie, wenn
kein Dojo in der Nähe ist?
Es gibt viele Ki-Aikido-Dojos in der
Welt. Wir entwickeln auch einen
Lernkurs auf Video für zu Hause,
wobei die Leute zu Hause oder in
einer Gruppe mit Freunden lernen
können. Sie können dann zwei Mal im
Jahr für 4 Tage ins Hauptzentrum zu
einem Seminar kommen, um ihre
Fortschritte zu prüfen. Obwohl das
länger dauern kann als ein
intensives Lernen vor Ort, haben wir
herausgefunden, dass für einen
ernsthaften Schüler die Zeit nicht
der wichtigste Punkt in seiner
Entwicklung ist. Ich kann mich an
eine Gruppe von fünf Schülern vor
den Zeiten des Video erinnern, die
zusammenkamen und mein Buch als
Trainingsgrundlage nahmen. Sie
wechselten sich ab. Einer las die
Techniken Schritt für Schritt vor,
die anderen vier übten paarweise.
Als ich sie sah, war ich erstaunt,
wie gut sie es konnten, obwohl sie
keinen Lehrer hatten. Das Wichtigste
ist der starke Wunsch zu lernen,
gutes Lernmaterial, und die
Möglichkeit, dass eine
fortgeschrittene Person die
Lernfortschritte regelmäßig prüft.
Selbst unter suboptimalen
Bedingungen kann man bessere
Fortschritte machen als jemand der
jeden Tag herum hängt und nicht die
richtige Einstellung zum Lernen hat.
Manche Leute im Westen wollen
kein Aikido oder eine andere
Kampfkunst praktizieren, weil es mit
ihren religiösen Überzeugungen
kollidieren könnte. Aikido wurde vom
Shinto und vom Buddhismus
beeinflusst. Muss man solchen
Glaubenseinstellungen folgen, wenn
man Aikido ausüben will?
Sich verbeugen ist eine östliche
Tradition. Es bedeutet ursprünglich,
Respekt zu zeigen. Wir beten keine
Götzen an und wir praktizieren
keinen religiösen Kult. Wir
verbeugen uns vor dem gemalten
Schriftzeichen für Ki an der Wand
des Dojo, weil wir damit den Respekt
vor dem Universum ausdrücken. Wir
verbeugen uns dann vor dem Lehrer
und gegenseitig aus dem gleichen
Grund. Das Symbol ist nicht wichtig.
Sie grüßen die Flagge, um den
Respekt vor Gott und dem Vaterland
zu zeigen, und vor den Kameraden. Es
ist keine eingeschränkte Form des
Respekts, die dem Einen gilt und
nicht dem Anderen. Das Wichtige ist,
Respekt vor dem ganzen Leben im
Universum in all seinen Formen zu
zeigen.
DIE GENERATIONENKLUFT ÜBERBRÜCKEN
Sie bereiten Ihren Sohn darauf
vor, dass er Ihr Werk fortsetzt. Was
ist ähnlich, was ist anders in den
Herausforderungen, denen er
entgegensieht, verglichen mit denen,
die Sie in seinem Alter vorfanden?
Mein Sohn Shinichi hat den Vorteil,
dass er auf meinen Schultern stehend
anfangen kann. Er muss es nicht neu
herausfinden oder zusammenstückeln
von diesem oder jenem wie ich das
musste. Ein anderer Unterschied ist,
dass Japan in Krieg war, als ich so
alt war wie er jetzt. Es wurde einem
nichts geschenkt. Man musste sich
selbst durchschlagen. Nichts gab es
ohne Mühen, auch im Training nicht.
Andererseits wurde nichts klar
erklärt und es gab viele sinnlose
traditionelle Wege, die in die Irre
führten. In seiner Generation bekam
man alles, ohne dafür kämpfen zu
müssen. Aber wenn er eine genauso
starke Motivation hat, kann er in 5
Jahren erreichen, wozu ich 20 Jahre
brauchte, einfach weil der
Unterricht eine hohes Niveau
erreicht hat. Man muss nicht mehr so
viel ausprobieren und nicht mehr so
viele falsche Wege im Training
gehen.
WAKA SENSEI (Shinichi Tohei
Sensei)
Waka Sensei, welche
Herausforderung scheint Ihnen die
größte, wenn Sie die Arbeit Ihres
Vaters fortführen?
Waka Sensei: Ich denke eine
meiner größten Herausforderungen ist
es, einen klaren Willen zu
entwickeln, der meiner Generation
fehlt, weil uns alles geschenkt
wurde. Es ist richtig, dass der Weg
aufgeräumt ist, aber weil wir das
nicht selbst getan haben, fehlt uns
die Motivation, die man braucht, um
den Weg wirklich weiter zu gehen.
Meine Generation wird Japan durch
die erste Hälfte des 21.
Jahrhunderts führen. Bisher sind wir
bequem aufgewachsen und abhängig von
Maschinen und Elektronik. Wir haben
viel zur Auswahl, aber kaum ein
Ziel. Wie mein Vater muss ich Wege
finden, die Menschen fürs Üben zu
interessieren, um sie die Einheit
von Geist und Körper zu lehren und
sich den kommenden Herausforderungen
zu stellen. Es gibt ein Sprichwort "Fueki
Ryuko", das bedeutet, dass das Leben
sich im Grunde nicht ändert, nur an
der Oberfläche. Wie wir damit zu
Recht kommen, die fundamentalen
Wahrheiten in einer Welt, die sich
ändert, zu bewahren, das ist die
selbe Herausforderung, der wir uns
auch beim Unterrichten stellen.
Wegen der Wurzeln in der japanischen
Kultur gibt uns Ki-Aikido die
Möglichkeit, die Bedeutung wichtiger
japanischer Traditionen wieder zu
entdecken, die verloren waren, und
das zu behalten, was wertvoll ist.
Sie sagen, dass viele
traditionellen Aussagen und Konzepte
in Japan für die jüngere Generation
keinen Sinn mehr ergeben. Die
Sprache und die Werte wandeln sich,
aber wie überbrücken Sie die
Generationenkluft im Ki-Unterricht?
Waka Sensei: Mein Vater wurde
im Japan von 1920 geboren. Diese
Welt war von der heutigen sehr
verschieden und viele Wörter und
Ausdrücke, die die
Vorkriegsgeneration benutzte, werden
heute nicht mehr gelehrt oder
verstanden. Selbst unsere Sprache
hat sich verändert. Viele aus der
jüngeren Generation kennen keine
Ideen, die von den chinesischen
Klassikern stammen, und das macht es
manchmal schwierig zu unterrichten.
Deswegen arbeite ich mit meinem
Vater daran, neue Wege zu finden,
diese Ideen auszudrücken, neue
Wörter und Beispiele, die für meine
Generation Sinn ergeben aber immer
noch mit den fundamentalen
Wahrheiten übereinstimmen.
Computer haben aus zweierlei
Gründen den Boom in den Kampfkünsten
unterstützt: die schnelle
Verbreitung von Informationen und
deren Kommunikation über das
Internet sowie den so genannten
Techno-Stress, die Notwendigkeit
einen Ausgleich zwischen Körper und
Geist zu schaffen. In welcher
Hinsicht, wünschen Sie sich, kann
diese Website die Menschen in den
Kampfkünsten unterstützen?
Waka Sensei: Elektronische
Geräte haben unser Leben bequemer
gemacht, aber wir sitzen jetzt auch
mehr und hängen an der
Bequemlichkeit. Ki-Aikido kann uns
helfen das Gleichgewicht zwischen
Körper und Geist wieder
herzustellen, und das ganze Leben
fit und gesund zu bleiben. Das
Internet erlaubt uns, sofort mit
Leuten in der ganzen Welt zu
kommunizieren. Das ist eine gute
Sache und wir hoffen, dass es den
Nutzen von Ki-Aikido auch denen
bringen kann, die sonst nie davon
erfahren hätten. Die Ki Society
arbeitet noch an der englischen
Version ihrer Website, aber
zusätzlich zu den Büchern von Tohei
Sensei gibt es außerhalb Japans
viele Webseiten auf Englisch, wo man
auch Informationen finden kann.
Deutsche Übersetzung: B. Boll 2002