Prag November 2021

Seminar mit Bernhard Boll

Vom 5.11. bis 7.11.2021 hatte Michal Hájek vom AIKIDO LIBUŠ in der Prager Vorstadt wieder einmal zum Herbstseminar mit Bernhard Boll eingeladen. Die Teilnehmer kamen aus Prag, Nürnberg, Wien, Luzern und Balerna. Wegen Covid war das Seminar 2020 ausgefallen. So war es eine Freude für alle, sich wieder auf der Matte treffen zu können.

Am Freitagabend

begann das Programm mit Kenkotaiso, da drei Ki-Prüfungen anstanden. Die Prüflinge führten die Kenkotaiso jeweils einzeln vor und die ganze Gruppe folgte. Es waren nur Kleinigkeiten zu verbessern. Es folgten alle Ki-Tests mit verschiedenen Übungs- und Erklärungsansätzen.
Um den Einstieg ins Seminar ruhig zu gestalten, liess Bernhard dann eine Reihe von ausgewählten Bodentechniken (ikkyo-nikyo-sankyo) bei unterschiedlichen Angriffen üben. Dabei sollte auch auf den korrekten Abschluss am Boden geachtet werden. Diese Techniken sind im Allgemeinen mit weniger ausladenden Bewegungen verbunden, was zur Folge hat, dass sie wirklich präzise ausgeführt werden müssen. Sie erfordern also eine intensive Praxis. Besonders für die "Hebel" nikyo und sankyo muss die richtige Verbindung zu Uke erzeugt werden, damit er/sie schmerzfrei und auf überzeugende Weise geführt werden kann.

Seminar in Prag 2021

Am Samstagmorgen

leitete Michal zuerst das einstündige MISOGI, welches in seinem Dojo regelmässig anfangs des Monats stattfindet und für alle Stilrichtungen offen ist. Die Halle wurde kräftig durchgelüftet und es folgte das traditionelle Mattenfrühstück.
Danach setzte Bernhard den Unterricht fort. Zuerst ging es ums Fallen und Rollen, vorwärts und rückwärts. Dazu gab es verschiedene Übungen mit und ohne Partner und viele Techniken, bei denen Uke fallen muss. Besonders die grossen Fallformen machten viel Spass und die Teilnehmer kamen gut ins Schwitzen.
Nach einer kurzen Pause ging es weiter mit den ersten vier Techniken aus Tsuzukiwaza 20 (Jonage) und dann mit Tsuzukiwaza 8 (Yokomenuchi). Die Teilnehmer führten die Tsuzukiwaza dann auch zu zweit vor.
Zum Mittagessen ging es dann wie (fast) immer 10 Minuten zu Fuss zum Restaurant Božská Komedie (Göttliche Komödie), Libušská 325. Das Essen war erwartungsgemäss ausgezeichnet.
Obwohl die Mittagspause gut bemessen war, um sich vom Vormittagstraining und vom Mittagessen zu erholen, gab es im Nachmittagstraining keine Falltechniken. Zuerst wurden Jo1 und Jo2 in den Hitoriwaza-Formen wiederholt. Dann wurden die Formen, wie sie in der Prüfung zum dritten Dan gezeigt werden, ausführlich studiert. Also Bokken gegen Jo1 und Bokken gegen Jo2. Die zentrale Fragen waren, was ist die Aufgabe des Bokken in diesen Formen und was genau soll demonstriert werden. Als Änderung zur älteren Form von Bokken gegen Jo2 kann Uke jetzt bei Nr. 6 und bei Nr. 10 den Jo mit einer Hand fassen und wird dann auf die andere Seite geführt. Das entspricht der Form, wie sie in Jo2 gegen Bokken in der Prüfung für den zweiten Dan praktiziert wird.
In der letzten halben Stunde fanden die Ki Prüfungen statt. Mikulaŝ und Jana aus Prag absolvierten SHODEN, Ryan aus Wien bestand JODEN. Alle Prüflinge hatte ein sehr gutes Niveau und können sich jetzt auf die Vorbereitungen zum nächsten Dangrad konzentrieren.
Am Abend ging es ins Stadtzentrum ins Restaurant Na Květnici, Prag 4-Nusle. Dort gab es gutes Bier und herzhafte Speisen sowie körbeweise Pommes Frites. Das Restaurant hat einen grossen Biergarten, es lohnt sich daher insbesondere in den wärmeren Jahreszeiten.

Seminar in Balerna 2021

Am Sonntag

wiederholte Michal zuerst alle Bokken-Übungen wie sie im den Prüfungen zum 2. Kyu und zum 1. Kyu gefordert werden. Es folgten zusätzliche Übungen Bokken gegen Bokken. Bernhard liess dann Nr. 13 aus Bokken1 Hitoriwaza, Nr. 16 aus Jo2 Kumiwaza und Yokobarai Kokyunage aus Jodori (Tsuzukiwaza 24) studieren.
Es folgte die gesamte Tsuzukiwaza 30, Shinken, sowohl in der aktuellen Kumitachi-Form als auch in der historischen Hitoriwaza-Form. Die letztere eignet sich besonders zum Studium der einzelnen Techniken. Die Kumitachi-Form ist für Anfänger eine grosse Herausforderung, da sich die Abläufe ähneln und man sich sehr gut konzentrieren muss. Ein Aspekt von Shinken ist das korrekte Timing, welches nur funktioniert, wenn zwischen den Übungspartnern eine gute mentale Verbindung (mit Ki) besteht.
Eine Viertelstunde vor Ende des Seminars musste Michal die Matte verlassen. Er brachte die exzellente Suppe, welche seine Frau für uns zubereitet hatte, zum Mattenpicknick ins Dojo.
Wir danken Michal, seiner Frau und den Aikidoka seines Dojos für die immer herzliche Aufnahme und Jana für den ausgezeichneten Schokoladenkuchen, den sie selbst gebacken und sonntags allen offriert hat, wir danken Christian aus Nürnberg für den Champagner, der sehr gut zumn Kuchen passte ... !
Wir freuen uns darauf, uns 2022 in Prag zu einem neuen Herbstseminar wiederzusehen!

Seminar in Prag 2021

Seminar in Prag 2021

Gruppenfoto

Die Teilnehmer vom Samstagnachmittag.


Fotos

praha

Fotos: Yvette, Text: Bernhard