Kita no Zeronen

北の零年

Jahr Null im Norden

Awaji

Die alte Heimat

Hokkaido

Das neue Land

Jahr Null im Norden

Trailer

Filmdaten

Deutscher Titel: Jahr Null im Norden
Originaltitel: 北 の 零年 Kita no Zeronen
Erscheinungsjahr: 2005
Länge: 168 Minuten

Stab
Regie: Isao Yukisada
Drehbuch: Machiko Nasu
Musik: Michiru Oshima

Besetzung
Sayuri Yoshinaga - Shino Komatsubara
Ken Watanabe - Hideaki Komatsubara
Etsushi Toyokawa - Ashirika
Toshiro Yanagiba - Denzo Mamiya
Yuriko Ishida - Kayo Mamiya
Teruyuki Kagawa - Kurazo Mochida
Satomi Ishihara - Tae Komatsubara
Sadao Abe - Matajuro Nakano
Yu Fujiki - Kamejiro Nakano
Mitsuru Fukikoshi - Keiichiro Hase
Mitsuru Hirata - Eita Kawakubo
Renji Ishibashi - Kahei Horibe
Haruko Mabuchi - Sue Hase

Handlung

Komatsubara Shino und ihr Ehemann Hideaki leben mit ihrer kleinen Tochter Tae auf der Insel Awaji in Zentraljapan. Die Geschichte spielt zur Zeit der politischen Umwälzungen nach 1868. Das Shogunat wurde gestürzt und der Kaiser wieder als Staatsoberhaupt eingesetzt. Der rebellische Inada-Clan wird nach Ezo (umbenannt in Hokkaido), der nördlichsten Insel Japans, verbannt. Die Familie beginnt ihren Kampf, um sich in der rauen Wildnis ein neues Leben aufzubauen, aber in dem kalten und widrigen Land will nichts wachsen.
Hideaki verlässt das Dorf, um sich in Sapporo über neue landwirtschaftliche Technologien zu informieren. Seine Familie wartet vergeblich auf seine Rückkehr. Einige Jahre später treffen amerikanische Berater in Hokkaido ein und Shino betreibt mit Hilfe eines Ainu-Mannes namens Ashirika eine Farm. De Ainu sind ein indigener Stamm in Hokkaido.
Die Regierung befiehlt ihnen jedoch, die Pferde, auf die sie für die Landwirtschaft angewiesen sind, herzugeben. Sie sollen zur Niederschlagung eines Aufstandes im Süden eingesetzt werden. Für die Requirierung wurde ausgerechnet der ehemalige Ehemann Hideaki bestimmt. Er ist jetzt mit einer anderen Frau in Tokio verheiratet.
Der Film ist ein beachtenswertes Epos, das 2 Stunden und 48 Minuten lang die Meiji-Restauration, die Kolonisierung Hokkaidos und die sozialen Umwälzungen in grossen Bildern zeigt.
Nach der durch die Amerikaner erzwungenen Öffnung des Landes, wurde das seit fast 250 Jahren herrschende Shogunat gestürzt und der Kaiser wieder als Oberhaupt eingesetzt. Ein kluger Schachzug der politischen Strippenzieher. Diese Umwälzungen führten zu lokalen Bürgerkriegen.
Die Kolonisierung Hokkaidos erfolgte aus mehreren Gründen:

  • Japan wollte sich als grosse Kolonisationsnation in der Welt profilieren.
  • Die Insel wurde als Vorposten gegen Russland in Besitz genommen.
  • Die Amerikaner, die Japan seit 1853 bedrohten, sollten freundlich gestimmt werden.
    Als "Yankee Asiens" übernehmen die Japaner teilweise die amerikanische Lebensart.
Und ausserdem nutzte man die Gelegenheit, um aufrührerische Clans zu entmachten und zu verbannen.
Im Film wird deutlich, wie das alte Familien(Clan-)System durch ein zentrales Verwaltungssystem abgelöst wird. Die Samurai verlieren ihre Privilegien.
Die Amerikaner tauchen im Film nicht nur auf, um den Film in den USA verkaufen zu können. Sie hatten tatsächlich nach 1870 ein Institut für Landwirtschaft in Sapporo eingerichtet. Dieses sollte die Kolonisatoren bei der Erschliessung des Landes unterstützen.
Natürlich gab es auch Verlierer. Auf Hokkaido wurden die eingeborenen Ainu zurückgedrängt, dezimiert und assimiliert.