Gassoh

合葬

Sammelbegräbnis

Trailer

Gassoh ist ein Film des Regisseurs Tatsuo Kobayashi aus dem Jahr 2015.
Die Geschichte spielt im Jahre 1868 und basiert auf dem Manga "Gassoh" von Hinako Sugiura. Der Manga gewann 1984 den Exzellenz Preis beim 13th Japan Cartoonists Association Award.
Hauptpersonen sind drei junge Samurai, die der Shogitai beitreten. Dies war eine militärische Eingreiftruppe unter dem letzten Shogun, die in der Schlacht von Ueno (Juli 1868) aufgerieben wurde.
Statt Gassō (Hepburn) wird der Titel Gassoh geschrieben, sieht einfach besser aus.


Kampf in der Tasse

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Die Ästhetik der Todessehnsucht


Filmdaten

Deutscher Titel: Gassoh
Originaltitel: 合葬 Gassoh
Erscheinungsjahr: 2015
Länge: 87 Minuten

Stab
Regie: Tatsuo Kobayashi
Drehbuch: Aya Watanabe
Musik: ASA-CHANG & Junrei

Besetzung
Kiwamu Akitsu : Yuya Yagira
Masanosuke Yoshimori: Kōji Seto
Teijiro Fukuhara: Amane Okayama
Sayo Fukuhara: Mugi Kadowaki
Tokunoshin Mori: Joe Odagiri

Handlung

Gassoh ist die Geschichte von drei Freunden aus Kindertagen, die unterschiedliche politische und soziale Vorstellungen vertreten. Man schreibt das Jahr 1868. Das Tokugawa-Shogunat ist am Ende. Yoshinobu Tokugawa, der letzte Shogun, wurde gerade nach Mito verbannt. Dieses historische Ereignis soll sich ohne Blutvergiessen abgespielt haben. Die damaligen politischen Führer einigten sich in friedlichen Verhandlungen. Aber wie der Erzähler des Films erklärt, sind Menschen keine so unschuldigen Wesen, so dass bald die Unzufriedenheiten zu Rebellionen und Kriegen in ganz Japan führten.

Die 3 Freunde sind:
- Kiwamu Akitsu, der schneidige und treue Jungmann, der an der Herrlichkeit des Shogunats festhalten will. Er ist der ideale Samurai - treu, stark und männlich, ritterlich. Wie viele seiner Kollegen am Ende des Shogunats ist er von dieser Loyalität geblendet und bereit, für ein Ideal zu sterben, das selbst seine Führer bereits aufgegeben haben. Es ist nur konsequent, dass er in die Shogitai eintritt.
- Masanosuke Yoshimori, der Adoptivsohn des Hauses Kasai. Er wird aufgrund des Todes seines Adoptivvaters gezwungen, die Familie zu verlassen. Diese schickt ihn netterweise mit ungeeigneten Deko-Schwertern aus, um den Vater zu rächen. Wohl in der Hoffnung, dass er dabei umkommt. Seine neue Heimat sucht er in der Shogitai.
- Teijiro Fukuhara ist wütend auf Kiwamu, weil dieser die Verlobung mit seiner jüngeren Schwester Soyo aufgelöst hat. Er ist der Studierte unter den dreien und die Stimme der Vernunft. Er verfolgt Kiwamu und landet so bei der Shogitai.
Für nicht japanische Augen sind Masanosuke und Teijiro im Film nicht leicht zu unterscheiden. Sie tragen die gleichen unauffälligen Uniformen und unterscheiden sich kaum in ihren Gesten und Gesichtsausdrücken.

Ein überzeugender Charakter des Films ist Tokunoshin Mori, ein Gruppenführer der Shogitai. Er vertritt die edlen Werte der Samurai und wird von Joe Ogaishi sehr überzeugend gespielt.
Gassoh mischt Erzählungen aus japanischer Politik und Samurai-Abenteuertum mit ein paar übernatürlichen Geschichten. Der Film zeigt auch die Lebenswirklichkeit der jungen Samurai mit der Sucht nach Alkohol, Vergnügen und Prostituierten, natürlich ganz traditionell vorzugsweise nach getaner Arbeit.
Wir sehen wie junge Menschen von Ideologien verführt werden und wie wenig Wert menschliches Leben für die Strippenzieher hinter den Kulissen hat.
Die politische Situation in Japan in dieser Zeit des Wandels war äusserst verwirrend. Es ist also verständlich, dass von den ansonsten hochgelobten Samurai-Idealen nur wenig zu sehen ist.