AIKIDO
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Ueshiba, Morihei Gründer des Aikido, geboren am 14. Dezember 1883 in der Präfektur Wakayama, verstorben am 26. April 1969. Ueshiba entwickelte aus verschiedenen traditionellen Kampfkünsten sein Aikido. Aikido soll die Gegensätze überwinden und Harmonie entstehen lassen. |
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Tohei, Koichi Gründer des Shin Shin Toitsu Aikido und des Shin Shin Toitsu Do, geboren am 20. Januar 1920 in Tokyo Tohei verbreitete Aikido in den USA und Europa. Er entwickelte Aikido weiter, indem er die Wichtigkeit von Ki erkannte. Er schuf ein eigenes Lehrsystem für Ki und Aikido. |
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Yoshigasaki, Kenjiro Gründer der Ki no Kenkyukai Association Internationale, geboren 1951 in Kagoshima Yoshigasaki ist direkter Schüler von Tohei. Seit 1977 lehrt er Ki, Kenkodo und Aikido in Europa, Südamerika, Südafrika und anderen Regionen. Er entwickelt das Konzept von Ki und Aikido auf der Basis der Techniken von Tohei weiter. |



Zur Geschichte des Aikido
Die
japanischen Kampfkünste können auf eine lange
Tradition zurückblicken, es
heißt, das manche Techniken mehr als tausend
Jahre alt seien. Ab
Anfang des 17.
Jahrhunderts unserer Zeitrechnung stabilisierte
sich die politische Lage in Japan (die Japaner verwenden
übrigens ihre eigene
Zeitrechnung, die sich an den
Regierungsjahren der Kaiser orientiert).
Schusswaffen, die die Holländer, Portugiesen und
Spanier in Japan bekannt wurden, wurden verboten und nur die Samurai
durften Schwerter tragen. Japan selbst besann
sich auf seine Insellage und schränkte den
Kontakt zu den europäischen Handels- und
Kolonialmächten stark ein. So mussten die
Japaner nicht
ständig neue und wirkungsvollere Waffen entwickeln, um sich gegen Invasionen
zu verteidigen. Die Kampfkünste, insbesondere
der Schwertkampf, entwickelten sich technisch
und ethisch zu hoher
Blüte.
In der
Erziehung dienten sie der körperlichen
und geistigen Entwicklung. Es
entwickelten sich auch andere "Wege" (jap.
DO), z.B. das kunstvolle Schreiben der
Schriftzeichen, die rituelle Zubereitung
von Tee oder unter den Kampfkünsten etwa
das Bogenschießen.
Ab 1850 erzwangen die
Amerikaner die Öffnung Japans. Es wurden wieder
Schusswaffen eingeführt und hergestellt.
Schwerter wurden verboten. Aus den Kampfkünsten
entstanden waffenlose Varianten. Anfang des 20. Jahrhunderts
wurde zum
Beispiel Judo geschaffen mit dem Ziel, die
körperliche Entwicklung der jungen
Menschen zu verbessern. Parallelen zu
Turnvater Jahn sind
offensichtlich vorhanden.
Morihei Ueshiba, der Gründer des
Aikido, hatte zahlreiche
Kampfkünste studiert. Er kannte sich mit
verschiedenen Waffen wie Schwert und
Lanze und auch in waffenlosen Techniken
hervorragend aus und war ein Meister
seines Faches. Vom Führer der
philosphisch-religiösen
Gruppierung, der er sich anschloss,
erhielt er den Impuls, sein Wissen und
Können zur Bildung junger Menschen
einzusetzen.
So entwickelte Ueshiba aus den
traditionellen Kampfkünsten über mehrere
Zwischenschritte sein Aikido. Es
bedeutet wörtlich übersetzt: Der Weg
(DO) der Harmonie (AI) mit Ki. Zentrales
Anliegen seiner Kunst waren Harmonie
und Frieden. Auf den ersten Blick
scheint das ein unüberbrückbarer
Widerspruch zu sein: Wie können Harmonie
und Frieden in einer Kampfkunst
geübt werden? Die Antwort findet sich in
in der Technik. Ueshiba konnte
friedlich auf Angriffe reagieren,
d.h. wenn er sich von seinen Schülern
angreifen ließ, führte er ihren Geist
so, dass der Angriff völlig wirkungslos
blieb und die Angreifer meistens gar
nicht wussten, wie ihnen geschah. Dazu
hatte er die alten Kampftechniken
modifiziert,
die ursprünglich auf die Zerstörung des
Angreifers
zielten .
Ueshiba selbst unterrichtete die
Aikidotechniken, indem er sie zeigte und
wenig erklärte. Wenn er sie erklären
wollte, verwendete er religiöse
Begriffe, die seine Schüler aber
oft nicht verstanden.
Auch entwickelte er seine Techniken ständig
weiter.
Koichi Tohei entdeckte, dass er
die Techniken mit dem Konzept von Ki
verstehen konnte. Er wurde von Ueshiba
ins Ausland geschickt, um Aikido bekannt
zu machen. Seine erste Station war
Hawaii (1953), dort gibt es einen großen
japanisch stämmigen Bevölkerungsanteil.
Später ging er auch in die anderen
Staaten der USA und nach Europa.
Nach dem Tod von Ueshiba verästelte sich
Aikido in mehrere weitere Schulen. Eine
davon ist die Familienlinie (Hombu-Dojo),
die durch den Sohn und den Enkel
weitergeführt wird. Eine andere ist
z.B. die
Linie von Saito, der die
Tradition an der letzten Wirkungsstätte
von Ueshiba weiterführte und eine
besondere Verbundenheit zu Ueshiba
betont.
Koichi Tohei verließ das Hombu-Dojo
Anfang der siebziger Jahre und eröffnete
seine eigene Schule. Seine Organisation
nannte er Ki no Kenkyukai, d.h.
Gesellschaft zur Erforschung des Ki. Das
Aikido versah er mit dem Zusatz Shin
Shin Toitsu, d.h. Aikido in Einheit von
Geist und Körper. Im Westen wird es
häufig einfach Ki-Aikido genannt. Da man
Ki auch ohne Aikido üben und
praktizieren kann, schuf Tohei einen
weiteren Zweig, den Shin Shin Toitsu Do,
das ist der Weg der Einheit von Geist
und Körper und wird häufig kurz mit Ki
bezeichnet. Damit die Schüler im
Ki-Aikido auch wirklich die
Ki-Prinzipien verinnerlichen, müssen sie
jeweils zuerst die entsprechende Prüfung
im Toitsu Do (Ki)
ablegen, ehe sie zur Prüfung im
Aikido
zugelassen werden. Im Jahr 2000 hat Koichi Tohei die Leitung der Ki no
Kenkyukai seinem Sohn Shinichi Tohei
übergeben.
Nach Europa kam Aikido durch
verschiedene japanische Lehrer, das
erste Land, in dem es sich verbreitete
war Frankreich. In Deutschland
wurde es Mitte der sechziger Jahre durch
Gerd Wischnewski, einem Judoka,
eingeführt, der drei Jahre in Tokyo bei
Ueshiba gelernt hatte. Bald wurden auch
Lehrer aus der Schweiz, aus Frankreich
und auch aus Japan nach Deutschland
eingeladen.
Koichi Tohei war zum ersten Mal Ende der
siebziger Jahre in Deutschland. Einige
Aikidogruppen waren von seinem
Unterricht begeistert und schlossen sich
seiner Schule an. Heute (2006) gibt es
etwa drei Dutzend Vereine, Studios oder
Übungsgruppen in Deutschland, in denen
Ki-Aikido unterrichtet wird.
Kenjiro Yoshigasaki
ist Schüler von Tohei-Sensei.
Er ließ sich in
Belgien (Bruxelles) nieder und reist von
dort aus zu Tages-, Wochenend- oder
Wochenseminaren zu den einzelnen
Gruppen, die der Ki no Kenkyukai
angeschlossen sind. Yoshigasaki-Sensei
entwickelte das Konzept von Ki und
Aikido deutlich weiter. Im Jahr 2001
fasste er seine ca. 4000 Schüler in ganz
Europa, Südamerika und Südafrika in
einer eigenen Organisation zusammen, die
er Ki no Kenkyukai Association
Internationale nannte.
In Deutschland gibt es keine eigene
nationale Dachorganisation der Dojos,
sie sind direkt Mitglied in der Ki no
Kenkyukai Association Internationale.
Eine ziemlich komplette Übersicht über
die Orte in Europa, an denen Ki-Aikido
gelernt und geübt werden kann, findet
sich auf
www.ki-aikido.de.
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